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Jugendfeuerwehr in Le Croisic
05-06-2010


Vive la France! – Die Jugendfeuerwehr zu Gast bei Freunden – Le Croisic 2010

Montag, 24.05.10, 20:00 Uhr am Gerätehaus der Feuerwehr Laufenburg: Ein Berg aus Koffern, Schlafsäcken und Isomatten wartet darauf, auf den GW-T und MTW verladen zu werden, wo schon das Zelt und jede Menge anderer Vorräte verstaut sind. Etwa eine Stunde und viele (erleichterte) Abschiedstränen später machen sich unsere Eltern wieder alleine auf den Weg nach Hause und wir uns voller Vorfreude auf den Weg in unsere französische Partnerstadt Le Croisic. Unsere Gruppe besteht aus 9 Jugendfeuerwehrmitgliedern, Stadtjugendwart Heiko Bernauer, Ausbilder Marco Wörner, Thomas Eckert, der sich im Vorfeld schon um die Organisation der einzelnen Programmpunkte gekümmert hat, unserem Lagerkoch Helmuth Riemke und dessen Sohn. Außerdem verbringt unser Stadtkommandant Markus Rebholz gemeinsam mit seiner Familie zur gleichen Zeit seinen Urlaub in Le Croisic und begleitet uns hin und wieder zu einigen offiziellen Programmpunkten.
Bis auf einige Verständigungsprobleme mit den französischen Mautstellenangestellten, die einfach kein Deutsch verstehen wollten (Halt d’Schnörre), verläuft die Fahrt relativ ruhig, sodass wir ungefähr um 9:00 Uhr am Dienstagmorgen in einem Café am Hafen von Le Croisic sitzen und die erste französische Kellnerin zum Verzweifeln bringen, da sie offensichtlich weder mit unseren Französisch- noch mit unseren Englischkenntnissen klarkommt (Water with gas wurde allerdings dann doch verstanden).
Nach einer ersten kurzen Stadterkundung werden wir an unseren Zeltplatz, einem großen Sportgelände, an dessen Rand wir unser Lager aufschlagen, vom französischen Partnerschaftskomitee empfangen. So geht es für uns also erstmal ans entladen und einrichten. Der Rest des Tages wird allgemein genutzt, um sich von der Fahrt zu erholen und die Umgebung zu erkunden. Der Mittwoch wird erstmal zur Akklimatisierung genutzt. So führte unser Weg an den Strand, wo wir schwimmen, Volleyball spielen, in der Sonne rumliegen und auch erste Bekanntschaften mit einigen Quallen machten. Ergebnis dieses Tages: Sonnenbrand! Dies hindert aber niemanden daran weiterhin das schöne Wetter zu genießen, und den restlichen Tag mit Frisbee- und Karten spielen zu verbringen.
Nachdem wir am nächsten Morgen wieder vom Badnerlied geweckt worden sind treffen wir uns um 10:00 mit unserer Dolmetscherin Stéphanie vor dem Océarium, wo wir von Seesternen über Krebse bis hin zu Haien und Pinguinen jede Menge Meeresbewohner zu sehen bekommen, was bewirkt, dass manche von uns beim nächsten Strandbesuch nicht mehr so sorglos ins Meer rannten. Am Abend besuchen wir die örtliche freiwillige Feuerwehr. Nach einer kurzen Führung mit Erklärungen zu Fahrzeugen und Uniform lassen wir den Abend mit unseren französischen Feuerwehrkameraden bei einem gemütlichen und unterhaltsamen Apéro ausklingen.
Trotz Sonnenbrand zieht es die meisten von uns am nächsten Tag wieder an den Strand, wo wir uns weiter in der Sonne aalen, auf den Felsen rumklettern und auch schwimmen. Am Abend treffen wir uns mit dem Deutsch-Französischen-Freundeskreis im Kino von Le Croisic. Im Rahmen einer europäischen Woche wird der Film „Soul Kitchen“ auf Deutsch gezeigt. Danach gibt es im Kino einen kleinen Apéro mit von uns mitgebrachten deutschen Spezialitäten: Bier und Schwarzwälder-Schinken Häppchen.
Da der Samstagvormittag zur freien Verfügung steht, machen wir einen Abstecher in die Stadt bevor wir uns am Nachmittag mit der Jugendfeuerwehr aus Le Pouliguen, wo alle Jugendfeuermitglieder der ganzen Region „Côte d’Amour“ ausgebildet werden. Gemeinsam üben wir einige Manöver, wobei wir feststellen, dass es auch ohne sprachliche Verständigung ganz gut klappen kann. Unser für den Abend geplantes Grillfest mit dem Deutsch-Französischen-Freundeskreis muss leider ins Foyer der benachbarten Sporthalle verlegt werden, da das Wetter nicht mehr so gut war wie noch in den letzten Tagen. Trotzdem wurde es ein schöner Abend.
Um angemessen gekleidet in die heilige Messe zu gehen, schmeißen wir uns am Sonntagmorgen erstmal ordentlich in Schale. Danach besuchen wir ein Kriegerdenkmal, wohin wir zu Ehren der im zweiten Weltkrieg gefallenen und bei Seenotrettungs- und Feuerwehreinsätzen Umgekommenen eine Blumenschale bringen. Den Nachmittag verbringen wir spontan in Guérande, einer nahegelegenen Stadt von Le Croisic, wo an diesem Tag ein großes, mittelalterliches Fest stattfindet.
Das stillgelegte Marine-U-Boot, das im U-Boot-Hafen von St. Nazaire liegt, besichtigen wir am Montag. Danach lassen wir uns auf einem alten Kreuzfahrtschiff in längst vergangene Zeiten entführen.
Den nächsten Tag verbringen wir schon wieder auf einem Schiff. Zumindest zum Teil, denn heute wird uns der Seenotrettungsdienst gezeigt. Hier wurden wir von Mme Hérvy als Dolmetscherin begleitet. Nachdem sie uns ihre Arbeit anhand einiger Videos präsentiert haben, geht es in die Praxis. Die Mitglieder der „SNSM“ (Société Nationale de Sauvetage en Mer) nehmen uns auf ihrem Boot mit aufs Meer. Da es während der Fahrt auf dem Einsatzboot leicht schwankt und die Wellen uns nicht verschonen, sind wir am Ende alle ziemlich nass und eine besonders tierliebe Person von uns entließ die Fischstäbchen vom Mittagessen wieder zurück in die Freiheit, den großen weiten Ozean.
Der nächste Programmpunkt ist das „Blockhaus“ in Batz sur mer am nächsten Tag. Nachdem der weibliche Teil unserer Gruppe ihre morgendliche Schönheitspflege in einer Rekordzeit von einer Stunde und drei Minuten erledigt haben, brechen wir mit den Fahrrädern, die Bernhard für uns alle organisiert hat, nach Batz sur mer auf, wo wir uns den alten Bunker anschauen. Bevor wir den Rest des Tages in der Stadt verbringen, machen wir noch einen kurzen Abstecher in eine Keksfabrik, wo wir jede Menge Geschenke für zu Hause kaufen können.
Die nächste Fahrradtour steht schon für den nächsten Tag auf dem Programm. Wir fahren zu den Salzfeldern von Guérande. Hier begleitet uns wieder Mme Hérvy, die uns ausführlich über die Salzgewinnung informierte. Danach genießen wir noch einmal das tolle Wetter am Strand, mit dem traurigen Wissen, dass wir am nächsten Tag schon wieder abfahren müssen. Den letzten Abend lassen wir gemütlich in einer Crêperie am Hafen ausklingen.
Jede Minute ausnutzend waren wir am Abreisetag natürlich noch ein letztes Mal am Strand. Doch irgendwann ließ es sich nicht länger heraus zögern. Die Koffer und Reisetaschen werden gepackt und das Zelt abgebaut. Als wieder alles auf den MTW und den GW-T verladen ist, kommen ein letztes Mal unsere französischen Freunde inklusive der Bürgermeisterin von Le Croisic, um uns zu verabschieden.
Nach einer unfreiwilligen, ungeplanten und etwas ausgeweiteten Sight-seeing-Tour über Nord-Frankreichs Raststätten („Oh mon dieu! Grand malheur!) kommen wir schließlich wieder in Laufenburg am Gerätehaus an.
Am Ende dieser Reise sind wir uns alle einig: „Vive la France!“. In diesem Sinne „Merci beaucoup“ an alle Beteiligten und „A bien tôt, le Croisic!“

(Desirée Weber, Annika Heilmann, Tobias Eschbach)




Erinnerungsbesuch am jenem Strand, der 1999 mit Unterstützung von einer Laufenburger Feuerwehrdelegation vom Öl gereinigt wurde


Ansicht auf Le Croisic


Einblick in das große Haifischbecken im Ocearium


Natürlich stand auch ein Besuch bei unseren Freunden der Feuerwehr Le Croisic auf dem Programm


Besonders interessant war der Nachmittag bei der Jugendfeuerwehr in Le Pouliguen, wo wir gemeinsam Übungen durchführten


Beim offziellen Empfang bekundeten die Bürgermeisterin, der Freundeskreis und die Jugendfeuerwehr (immer in Bekleidung von unseren zwei Übersetzerinnen)die gelebte Freundschaft


Zum gemeinsamen Gedenken an die Verstorbenen trafen wir uns nach dem Gottesdienstbesuch am Denkmal


Unsere Freunde vom Seenotrettungsdienst haben uns auch bei diesem Besuch eine Fahrt mit dem Rettungsschiff ermöglicht


Dies war für einige für uns eine ganz besondere Erfahrung


Fast immer dabei waren die Fahrräder, wir hier bei der Besichtigung der Salzfelder





Bericht von: Desirée Weber, Annika Heilmann, Tobias Eschbach
Fotos von: Helmut Riemke



Bilder und Text (C) 2010 Feuerwehr Laufenburg (Baden)